Titan­wurz sorgt für Reko­rd im Papil­io­ra­ma – obwohl sie noch nie geblüht hat. Noch vor einem Jahr begann die Knospe des Titan­wurz im Papil­io­ra­ma zu faulen, statt dass die Blume wie erhofft zu blühen begann. Und dann trug sich etwas Einzi­gar­tiges zu: Aus der ursprünglichen Knolle sind nun elf neue kleine Titan­wurzen ent­standen. Ein gross­es Exem­plar des Titan­wurz-Nach­wuch­ses kön­nen Besuch­er unter der Jun­gle Trek Kup­pel bestaunen.

Die Titan­wurz bricht im Papil­io­ra­ma alle Reko­rde, allerd­ings anders als ursprünglich geplant. Denn eigentlich warteten im Jahr 2016 das ganze Papil­io­ra­ma-Team und inter­essierte Papil­io­ra­ma-Besuch­er auf den Moment, dass die Titan­wurz zu treiben begin­nt und dann während rund drei Tagen ihre Blüten­pracht ent­fal­ten wird.

Geblüht hat die grösste Blume der Welt im Papil­io­ra­ma noch nie. Dafür haben sich aus der Knolle sagen­hafte elf Blät­ter gebildet. Laut Inay­at Olme­do, dem Titan­wurz-Ver­ant­wortlichen im Botanis­chen Garten der Uni­ver­sität Basel, sind weltweit bish­er näm­lich nur zwei Fälle bekan­nt, bei dem eine Titan­wurz zwei oder gar drei Blüten gebildet hat. In Basel hat die Pflanze drei Mal geblüht. Papil­io­ra­ma-Direk­tor Cas­par Bijleveld bedauert es bis heute, dass die Blüte bish­er in Kerz­ers nicht stattge­fun­den hat.

«Was die Pflanze aber mit der Her­aus­bil­dung von elf neuen Knollen gemacht hat, ist fast genau­so so erstaunlich und für mich als Botaniker sehr inter­es­sant»

Cas­par Bijeleveld

Bekan­nt ist die Titan­wurz dafür, dass sie die grösste Blume der Welt ist, aber auch nur sehr sel­ten blüht. Auf der Welt gibt es nur wenige blüh­fähige Exem­plare. Eine dieser Titan­wurzen ste­ht seit über zwei Jahren im Papil­io­ra­ma. Sie wurde vom botanis­chen Garten der Uni­ver­sität Basel wegen Ren­o­va­tion­sar­beit­en nach Kerz­ers aus­geliehen. Aus der ursprünglichen Knolle sind in den ver­gan­genen zwei Jahren nun elf Blät­ter gewach­sen, die jew­eils auch eine eigene Knolle bilden. Zudem hat das Papil­io­ra­ma aus Samen des Zoos aus dem englis­chen Paign­ton sechs weit­ere Titan­wurz­knollen ziehen kön­nen. Aus einem der englis­chen Exem­plare entwick­el­ten sich wiederum vier Knollen. Papil­io­ra­ma-Gärt­ner Michael Känel, welch­er seit zwei Jahren für die vielle­icht berühmteste Pflanze der Schweiz ver­ant­wortlich ist, ist erle­ichtert über die neuesten Entwick­lun­gen: «Als die ursprüngliche Knolle zu faulen begonnen hat, machte mir das schon Bauch­schmerzen. Umso erfreulich­er ist es, dass sich die Titan­wurz nun so spek­takulär ver­mehren kon­nte.»

In Kerz­ers existieren heute 21 Titan­wurz-Exem­plare in unter­schiedlichen Grössen. Die meis­ten davon wer­den aktuell in einem Gewächshaus gepflegt. Ein gross­es Exem­plar ste­ht aber nach wie vor im Jun­gle Trek an seinem ursprünglichen Stan­dort, wo Besuch­er das riesige Blatt bestaunen kön­nen. Wie die Geschichte des Freiburg­er Titan­wurzes weit­erge­ht, ist offen. Die Ver­ant­wortlichen des Papil­io­ra­ma prüfen, ob im Rah­men von zukün­fti­gen Aus­bau­plä­nen auch ein grösser­er Bere­ich für die ein­drück­liche Pflanze reserviert wer­den kann.

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