Die Riesen­borken­rat­ten ziehen im Papil­io­ra­ma in Kerz­ers ein. Die niedlichen Tiere haben in diesen Tagen ihr Quarti­er im Noc­tura­ma bezo­gen. Offen­bar gefällt es ihnen so gut, dass sie sich bere­its während der Akkli­ma­tisierungsphase ver­mehrt und drei Jungtiere geboren haben.

Riesen­borken­rat­ten (Phloe­mys pal­lidus) sind anders als man sich gemein­hin eine Rat­te vorstellt. Besuch­er, die im Papil­io­ra­ma in Kerz­ers auf die Tiere stossen und auf einen jun­gen Pand­abären tip­pen, liegen vor allem in der Grösse falsch. Die Borken­rat­te ähnelt näm­lich eher ein­er Mis­chung aus Maus und Pand­abär. Während Pan­das aber bis zu 100 Kilo­gramm schw­er wer­den, bleiben die niedlichen Borken­rat­ten mit einem Gewicht von 2,5 Kilo­gramm doch eher klein.

Mini-Pandas haben bereits Nachwuchs bekommen

Diese Woche sind nun erst­mals in der Schweiz fünf der nach­tak­tiv­en Tiere ins Noc­tura­ma, eine der drei Kup­peln des Papil­io­ra­mas, einge­zo­gen. Besuch­er kön­nen im Noc­tura­ma, wo während den Besuch­szeit­en tro­pis­che Nacht simuliert wird, diese erstaunliche Tier­art bestaunen. Dass es den Borken­rat­ten in Kerz­ers gefällt, haben sie bere­its bewiesen. Schon während der Akkli­ma­tisierungsphase in einem abgeson­derten Bere­ich haben sie Nach­wuchs bekom­men. Der Nach­wuchs der «Mini-Pan­das» streift nun schon fleis­sig durch das neue Zuhause. Die drei Jungtiere, von denen eines noch gesäugt wird, fressen bere­its wie die Eltern Salat, Blät­ter und Gemüse.

Bald bedrohte Tierart

Gewöhn­lich leben die Riesen­borken­rat­ten auf den Philip­pinen auf allen Veg­e­ta­tion­sstufen von Meereshöhe bis auf rund 2000 Metern. Den Tieren geht es heute wie vie­len Arten. Eigentlich sind ihre Leben­sräume unberührte tro­pis­che Wäldern, es gelang ihnen aber, sich an die Zivil­i­sa­tion und die zunehmende Kul­tivierung anzu­passen. Sie wer­den jedoch als Schädlinge und wegen ihres Fleis­ches gejagt. Noch gel­ten die Borken­rat­ten nicht als gefährdete Art, neue Stu­di­en zeigen aber, dass ihre Pop­u­la­tion rapi­de abn­immt. Deshalb ist es wichtig, dass die Tier­art auch in Zoos heimisch wird, um die genetis­che Basis der Tier­art langfristig zu erhal­ten. In den der Vere­ini­gung der Europäis­chen zool­o­gis­chen Gärten (EAZA) angeschlosse­nen Zoos leben heute rund hun­dert Riesen­borken­rat­ten, seit jüng­stem auch die fünf Tiere im Papil­io­ra­ma in Kerz­ers, welche eine neue genetis­che Lin­ie darstellen.

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